Bericht über Erlebnisse mit der ADAC-Oldtimer-Versicherung und dem Unterwegsschutzbrief,
die jeweils über die Allianz-Versicherung abgewickelt werden
Mein Freund und ich unternahmen im Februar 2025 mit meinem über 50 Jahre alten VW Käfer den Versuch, bis zum Nordkapp und zurück zu kommen. Leider verunglückten wir kurz vor dem Ziel in Nordnorwegen kurz vor Sörkjosen in der Nähe von Alta.
Kein Problem dachte ich, da ich über den ADAC auch den Unterwegsschutz für ganz Europa versichert habe und zudem eine Vollkaskoversicherung beim ADAC unterhalte sowie seit 1982 dort Mitglied bin bzw. demnächst war.
Nachdem der Erstkontakt sich erfreulich gestaltete und ein Herr mir zusagte, man würde für zumindest 3 Tage die Hotelkosten für meinen Freund und mich zahlen und auch den Rückflug, im Zweifel helfe man mir auch bei der Buchung, gestaltete sich der Restablauf bedauerlicherweise weniger erfreulich.
Am Tag nach dem Unfall, als ich Fotos geschickt hatte, rief mich die auch später den Kaskoschaden bearbeitende Mitarbeiterin der Allianz-Versicherung, die inzwischen hinter der ADAC-Versicherung steht, an und teilte mir mit, dass ich mich ab sofort um alles selbst zu kümmern habe. Der Rückholschutz gelte nicht, weil man Schrott nicht abhole und der Wagen ja ein Totalschaden sei. Der Motor laufe auch nicht.
Auch mein Hinweis darauf, dass der Motor durchaus laufe, das tut er übrigens heute noch, half nichts, weil die Dame anmerkte, die Techniker hätten das Fahrzeug als wirtschaftlichen Totalschaden eingestuft. Ich wies darauf hin, dass es ein Oldtimer sei und ich eine erweiterte Kurzbewertung eines Classic-Data-Sachverständigen habe, welche noch keine 10 Monate alt sei und das KFZ mit 9.000,00 € bewerte. Daraufhin erläuterte die Dame mir im nächsten Gespräch, dass die Techniker die Meinung nicht teilten. Sie könne nichts mehr für mich tun.
Nun hatte ich zum Glück die Flüge bereits gebucht. Später klappte auch tatsächlich die Erstattung der Flugkosten und der Hotelkosten.
Nun musste ich allerdings dafür sorgen, dass mein Auto wieder zurück nach Duisburg kam. Ich holte das dann Ende April/Anfang Mai 25 selbst ab und fuhr mit einem anderen KFZ und Trailer nach Sörkjosen und zurück, zusammen rund 6000 km über Schweden/Finnland nach Nordnorwegen.
Alsdann reagierte jedoch die Kaskoversicherung des ADAC, also die Allianz-Versicherung, recht lange nicht. Erst nach mehreren Aufforderungen schickte man mir einen „Sachverständigen“, der allerdings von VW-Käfern nichts verstand. Immerhin konnte er sich davon überzeugen, dass der Motor lief und das Fahrzeug auch gefahren werden konnte. Dennoch hat dieser Herr dann das Auto mit nur einem Marktwert von 4000,00 € in der Sekunde vor dem Unfall bewertet. Völlig schleierhaft, wie er darauf kommt. Eine Erläuterung dazu findet sich in seinen Ausführungen auch nicht.
4000,00 € Marktwert würde eine Einstufung in Zustandsnote 4 bedeuten, also ein Fahrzeug mit Durchrostungen (Löcher) und in einem technisch nicht einwandfreien Zustand. Es sind bei solchen Fahrzeugen Arbeiten nötig, bevor man damit am Straßenverkehr teilnehmen kann. Mit meinem Käfer, der damals auch noch mehr als ein Jahr TÜV hatte, war ich von Duisburg bis nach Sörkjosen gefahren. Schon das allein belegt, dass die Eingruppierung in Zustandsnote 4 vor dem Unfall fehlerhaft ist. Die Zustandnote 4 definiert Classic-Data wie folgt:
Definition der Zustandsnoten...
Zustand 4
Verbrauchter Zustand. Nur eingeschränkt fahrbereit. Sofortige Arbeiten zur erfolgreichen Abnahme gem. § 29 StVZO sind notwendig. Leichtere bis mittlere Durchrostungen. Fahrzeugkomplett in den einzelnen Baugruppen aber nicht zwingend unbeschädigt. Ein Fahrzeug, auf das man zugeht und bei dem diverse Mängel schon aus der Entfernung erkennbar sind.
Eine nähere Inaugenscheinnahme zeigt deutliche Verschleißspuren....
Außerdem wurden die Schäden, die durch die Standzeit nach dem Unfall entstanden, nicht berücksichtigt. Das Auto stand in Norwegen draußen nur mit einer Folie abgedeckt noch bis Anfang Mai 2025 und danach hier bis zum Anschauen durch den „Sachverständigen“ bis Anfang August draußen. Natürlich waren dabei Schäden entstanden, die vorher nicht da waren.
Die Versicherung zahlte dann auf der Basis des von ihr beauftragten Herrn. Trotz mehrerer Interventionen meinerseits änderte die Versicherung nichts an ihrer abenteuerlichen Ansicht und wies darauf hin, dass ich ja noch zuviel erhalten hätte, weil ich den mit gut 1000,00 € bewerteten Restwert auch noch hätte. Demnach also gut 5000,00 € erhalten habe. Nochmal: Die Bewertung, die auch Grundlage unseres Versicherungsvertrages für die Vollkaskoversicherung war, belief sich auf 9000,00 € und war knapp 10 Monate alt zum Unfallzeitpunkt.
Es zeigt sich meines Erachtens, dass man weder mit dem Rückholschutz des ADAC / der Allianz etwas anfangen kann, wenn man weit weg einen Unfall hat und auch noch zu einer ungünstigen Jahreszeit, während derer Sammeltransporte mangels genügender Anzahl verunglückter Fahrzeuge nicht möglich sind, noch mit dem Vollkaskoschutz zufrieden sein kann, wenn Grundlage eine Bewertung eines Classic-data-Sachverständigen ist, die dann im Schadenfall aber nicht anerkannt wird. Nur für die Beitragshöhe war das wichtig.
Ich kann nur empfehlen, möglichst zügig alle vertraglichen Beziehungen zu den beiden, also ADAC und Allianz zu beenden soweit KFZ-Versicherungen jedweder Art betroffen sind und Unterwegsschutzabsicherungen. Das Verhalten ist höchst unseriös.
- Robert Noch
- Brucknerstrasse 1
- 47226 Duisburg
(Stand: Mai 2026)
